Diskussionsveranstaltung am 24.11.2020

Sehr geehrte Interessierte, 

gerne möchten wir Sie und Euch zu der dritten Veranstaltung unserer Reihe "Solidarität und Kämpfe" zur Geflüchtetenunterstützung nach dem 'Sommer der Migration' einladen. Die Reihe wird am 24.11.2020 von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr in digitaler Form via ZOOM mit einer Diskussionsveranstaltung fortgesetzt werden.

 

Prof. Dr. Hella von Unger und Dimitra Kostimpas von der LMU München werden uns zu dem Thema

»"Ich als weiße Cis-Frau..." - Selbstpositionierungen und organisationaler Wandel«

aus ihrer aktuellen Forschung berichten.

 

Abstract: Wie reagieren zivilgesellschaftliche Organisationen auf die größere Diversität in der Bevölkerung als Folge von Migrationsbewegungen? Werden Migrant*innen und Menschen mit Migrationshintergrund inkludiert? Und wenn ja, wie? 

Der Beitrag fragt nach der Bedeutung von Identitätskonstruktionen und Praktiken der Selbstverortung von Mitgliedern zivilgesellschaftlicher Organisationen: welche Rolle spielen diese bei der Bearbeitung von Differenz und im Kontext organisationalen Wandels? Im Rahmen eines BMBF-geförderten Verbundprojekts „Zivilgesellschaftliche Organisationen und die Herausforderungen von Migration und Diversität: Agents of change“ (ZOMiDi; 2018-2021) wurden vier Organisationen mithilfe von qualitativen Methoden untersucht. Die Forschungsfragen des Projekts lauten: Wie reagieren diese Organisationen auf Migrationsentwicklungen und die damit ggf. einhergehende, zunehmende Diversität ihrer Mitglieder, Zielgruppen sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen? Wann und wie werden „Migration“ und „Migrant*innen“ für die Organisationen überhaupt relevant? Welche Faktoren beeinflussen diese Deutungen und wer oder was befördert (und behindert) daran anschließenden organisationalen Wandel?

Im Rahmen eines multi-methodischen Studiendesigns wurden neben Interviews, Dokumentenanalysen und teilnehmenden Beobachtungen auch Gruppendiskussionen durchgeführt. Diese sind besonders aufschlussreich im Hinblick auf Perspektivdifferenzen und innerorganisationale Aushandlungsprozesse. Es wurden wiederkehrende Praxen der Selbstpositionierung beobachtet, z.B. entlang geschlechts-, „race“- und gesundheitsbezogener Identitätsmarkierungen. Welche Bedeutung haben diese Selbstverortungen und welche Funktion erfüllen sie? Können sie als Anzeichen einer produktiven Bearbeitung von Differenz gedeutet werden, die eine Öffnung für benachteiligte Gruppen und mehr ‚Diversität‘ befördert? Oder sind sie Ausdruck essentialisierender Differenzsetzungen, die exkludierende oder widersprüchliche Effekte zeitigen? Diesen Fragen geht der Vortrag mittels einer Feinanalyse ausgewählter Stellen einer Gruppendiskussion nach. 

 

Anmeldung für den ZOOM-Link unter: tom.fixemer@uni-kassel.de

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme. 

mit besten Grüßen

Verbundprojekt-Team „Willkommenkultur und Demokratie in Deutschland“ 

Poster Reihe Solidarität und Kämpfe