Neuer Artikel: Teilhabe trotz staatlicher Ausgrenzungspolitik. Die soziale Bewegung der Flüchtlingssolidarität

"Durch den Prozess einer Flucht wird gesellschaftliche Teilhabe erschwert: Netzwerke der sozialen Interaktion gehen verloren, sprachliche Schwierigkeiten und räumliche Isolation erschweren persönliche Kontakte, fehlendes Systemwissen und eingeschränkte Rechte reduzieren die eigenständige Handlungsfähigkeit. Teilhabe muss daher bei Geflüchteten stärker als bei anderen Gruppen der Bevölkerung aktiv hergestellt werden und bedarf - zumindest teilweise - der Unterstützung durch Andere. Inwiefern es Geflüchteten ermöglicht werden soll, an der Gesellschaft teilzuhaben, ist in Deutschland in den vergangenen Jahren politisch stark umkämpft. Der Artikel identifiziert Handlungslogiken in Bezug auf Teilhabe und veranschaulicht diese an drei verschiedenen Beispielen, wobei jeweils ein spezifischer Akteur als Träger in den Vordergrund gestellt wird: Die pragmatisch-präfigurative und im positiven Sinne naive Praxis der Bewegung der Flüchtlingssolidarität, die realistisch-integrationistische Perspektive der Arbeits- und Sozialverwaltungen sowie eine repressive, isolierend-exkludierende Praxis der Innenministerien. Alltäglicher Unterstützungsarbeit von Geflüchteten kommt vor diesem Hintergrund die demokratische Funktion zu, Teilhabe auch gegen staatliche Ausgrenzungspolitik zu ermöglichen." (Artikel von Nikolai Huke im Forschungsjournal Soziale Bewegungen)